Jack the Zipper

Das waren noch Zeiten: Die Schranken zum Lift öffneten sich nur, wenn der Skipass, damals aus festem gewachsten Karton, exakt in eine scheckkartengroße Öffnung gesteckt wurde. Das hieß: Handschuhe ausziehen, Skipass in der Tasche suchen, in den Schlitz stecken, schnell durch die Schranke und alles wieder verstauen.

Wie peinlich, wenn der Skipass einfach nicht aus der Tasche wollte oder gar verloren war und die Schlange der ungeduldigen Skifahrer immer größer wurde.

Dafür hat Günther Riel den Skipass Zipper erfunden. Außen oder innen am Ärmel befestigt, konnte man einfach am Skipass ziehen und an einer Schnur ging es bis zum Schlitz des Terminals. Lies man den Pass los, schwupp, wurde alles wieder zurückgezogen. Super. Auch als Spielzeug für gelangweilte Kinder geeignet. Okay, ab und zu verschätzte man sich in der Länge der Schnur und erreichte nicht den Schlitz. Oder, zu früh zurückgeschnallt. Auch doof.

Aber das Schönste: Die Zipper hatten unterschiedlich Formen und waren aus verschiedenen Materialen. Auf der einen Seite bunte Aufkleber des Skigebiets oder Werbebotschaften. Auf der anderen Seite Figuren, Landschaften oder Blumen. Wie wunderbar, wenn sich das Murmeltier mit dem Edelweiß traf.

Und jetzt? Kontaktlose Scheckkarten. Nichts klemmt mehr. Nichts wird mehr vorgezeigt. Nichts zum spielen. Nur ein Motiv. Fast langweilig ist es geworden.

Der Skipasshalter hat sich mittlerweile zum Ausweisjojo umschulen lassen. Irgendwo muss es ja noch etwas zu tun geben. Spannend ist der Job nicht. Da war auf der Skipiste mehr los. Und wer will schon seinen Firmenausweis an einem Edelweiß befestigen?